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SQL Server oder PostgreSQL

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Suspekta, 19 August 2020.

  1. Suspekta

    Suspekta Benutzer

    Hallo,
    ich möchte ein größeres Projekt das zur Zeit mit einer MySQL-Datenbank läuft modernisieren.
    Die Frage die ich mir stelle welches Datenbanksystem ich verwenden sollte.
    SQL Server von Microsoft oder PostgreSQL. Mal von den kosten des SQL Server abgesehen; welches Datenbanksystem würdet ihr empfehlen und warum. Das würde mich sehr interessieren
    Danke und
    LG
     
  2. castorp

    castorp Datenbank-Guru

    Ich persönlich empfinde Postgres als die deutlich angenehmere Datenbank. Es sind ganz viele Kleinigkeiten die das Leben als Entwickler einfach viel einfacher machen (die besseren Fehlermeldung sollte man nicht unterschätzen)

    Neulich haben wir ein Reporting System von SQL Server auf Postgres umgestellt, dabei wurde auch eine Replikation von der produktiven Datenbank zum Reportingserver eingerichtet (war vorher alles SQL Server). Nachdem wir das in 15 Minuten eingerichtet hatten, meinte der alte SQL Server Hase nur "Boah, das wäre mit SQL Server viel umständlicher gewesen".

    Was ich aber nur empfehlen kann: wenn ihr euch für Postgres entscheidet, tut es euch nicht an, das auf Windows laufen zu lassen. Postgres läuft zwar auch gut und stabil unter Windows, aber praktische alle interessanten und notwendigen Erweiterungen (z.B. Backuptools) laufen nur unter Linux.

    Und wenn ihr migriert: lasst euch nicht täuschen: was MySQL als "Database" bezeichnet ist in Wahrheit eine "Schema" - also MySQL "Datenbanken" sollte in Postgres Schemata werden!

    Vielleicht interessiert Dich auch diese Gegenüberstellung: SQL Feature Comparison
     
    Walter gefällt das.
  3. Suspekta

    Suspekta Benutzer

    Hallo,
    danke für die schnelle Antwort. Ich habe PostgeSQL bei mir erstmal lokal auf dem Rechner unter Windows installiert. Ein einfaches Backupprogramm habe ich auch schon gefunden ^^ Aber klar laufen diese Datenbanken besser unter Linux und seinen Ablegern ... Wobei ich mich mit Linux nicht wirklich gut auskenne werde ich die Datenbank auf einem Windows-Server laufen lassen, da kenne ich mich besser aus ... Gibt es mal abgesehen von diversen Tools noch weitere Gründe gegen eine Windowsinstallation.
    Würdest du immer PostgreSQL dem MSSQL vorziehen?
     
  4. castorp

    castorp Datenbank-Guru

    Eigentlich ja. Mir persönlich fällt kein Grund ein SQL Server vorzuziehen.

    Kannst Dir ja mal diese Meinungen dazu durchlesen (sind aber schon etwas älter)

    * Top 10 Reasons I like Postgres Over SQL Server
    * Ten Reasons PostgreSQL is Better Than SQL Server

    SQL Server hat in der Enterprise Version(!) einige Vorteile was Ausfallsicherheit und Load-Balancing angeht. Auch das Monitoring ist dort etwas besser und detaillierter. Aber das bezahlt man natürlich auch. Die Integration mit Fremdsystem ist dort auch etwas besser ("Linked Server"). Postgres hat zwar Foreign Data Wrappers, aber ausser dem Postgres und dem Oracle FDW gibt es sonst keine weiteren stabilen und gepflegten FDWs.

    Lizenzkosten? ;)

    Nach meiner Erfahrung ist NTFS als Filesystem für Datenbanken einfach nicht so performant wie die Linux-Alternativen (ext4 et al). Ich kann das aber nicht mit harten Fakten belegen, und Microsoft würde mir vermutlich auch vehement widersprechen.
     
  5. Suspekta

    Suspekta Benutzer

    Hallo,
    was mit zu dem Thema noch einfällt ist der Support. Bei einem MSSQL kann ich zum Systemhaus um die Ecke gehen (ihr wisst was ich meine)
    Wie sieht es hier in der PostgeSQL Welt aus?
    LG
     
  6. castorp

    castorp Datenbank-Guru

    Das gehst Du zum Postgres Support um die Ecke ;)

    PostgreSQL: Professional Services - Europe

    Klar gibt's da vermutlich weniger Auswahl, aber man darf die Hilfe die man auf den Mailinglisten bekommt nicht unterschätzen. Das ist auch nicht schlechter als eine Support-Vertrag (halt ohne garantierte Reaktionszeiten)
     
    akretschmer gefällt das.
  7. Walter

    Walter Administrator Mitarbeiter

    Kosten (vor allem wenn Du Enterprise-Features haben möchtest), Sicherheit, Performance, Stabilität, Wartbarkeit, in der Regel Fehlermeldungen mit denen man etwas anfangen kann.

    Und frag Admins, die schon länger mit beiden Systemen gearbeitet haben, alle anderen erzählen Dir nur von den Dingen, die sie kennen und nichts von den Dingen, die sie nicht kennen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20 August 2020
  8. akretschmer

    akretschmer Datenbank-Guru

    Da gibt es einige, die Support anbieten. Zum Beispiel wir. Bei Interesse könnt ihr mich gern direkt mal ansprechen, dann können wir gern einen Call organisieren und ich erkläre Euch, wie professioneller Support für PostgreSQL läuft. Und ich denke, wir machen das um Größenordnungen besser als das Systemhaus um die Ecke ...

    Ach ja: PostgreSQL und Windows: typisches Problem unter Windows sind Virenscanner. Falls ihr Euch das wirklich antun wollt, PG unter Windows zu betreiben, dann Virenscanner deinstallieren oder zumindest aufpassen, daß dieser nicht im Datenverzeichniss von PG rumpfuscht. Davon abgesehen ist die Performance gefühlt deutlich schlechter, und gescheite PITR-fähige Backup-Programme nicht verfügbar. Von daher auch von mir ganz klare Empfehlung: Linux.
     
  9. Dukel

    Dukel Datenbank-Guru

    Das gilt für alle Möglichen Applikationen und Datenbanken. Für den SQL Server gibt es von MS Empfehlungen was die Virescanner Aunahmen betrifft.
     
  10. dabadepdu

    dabadepdu Datenbank-Guru

    Es ist ja schon viel für Postgres geschrieben worden. Ich sehe das genauso. Dabei würde ich mich auch nicht von der "Windows" Frage verrückt machen lassen. Nicht unter Windows zu laufen, sondern auf Linux, sehe ich als Vorteil. Ich finde es mittlerweile nur noch ärgerlich, wenn ich nun unter Windows 10 den kleinen orangen Punkt am Start Button sehe, der den Zwang zum Neustart signalisiert. Vielleicht haben sie das in der Serveredition besser im Griff, als auf einem Pro oder "Ultimate", aber meine Erfahrungen sind weniger als bescheiden. Wenn es bspw. mit dem Neustart getan wäre, ok. Nein, vorher gibt gerne mal unerklärbare Effekte, gerade mit RDP, als ob die Installer selber nicht wüssten, ab wann sie einen Reboot brauchen. Naja, eine never ending story..
    Aber eins noch: Wenn Microsoft anfängt, Linux in Windows einzubauen und bedeutende Produkte wie z.B. MS SQL Server unter Linux rauszubringen oder etwa eigenen Sourcecode nicht mit eigener Software verwaltet, sondern mit git, sollte einem vielleicht spätestens soetwas zu denken geben.

    Man muss wirklich kein Nerd sein, um heute mit Linux zurecht zu kommen.

    Eigentlich wollte ich nur fragen, ob man erfahren könnte, wie die Entscheidung ausgefallen ist und warum, reine Neugier.
     
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